Million Dollar Baby

Ein poetischer Film über die Liebe und darüber, dass die eine Chance im Leben zu ergreifen alles andere aufwiegt.
Eine wunderbar sensible und eindringliche Geschichte des Altmeisters, welche die Abgründe menschlicher Beziehungen aufzeigt; zugleich aber auch ein Plädoyer, Liebe, wo sie einem begegnet, zuzulassen.

Zurecht wurde dieser Film mit Preisen überhäuft; unzweifelhaft ist es Eastwoods bisher beste Regiearbeit in einer Reihe von herausragenden Filmen. Es ist aber nur am Rande ein Film übers Boxen; vielmehr ist es eine Parabel auf den Zustand unserer Gesellschaft, gefüllt mit gescheiterten Existenzen, die einsam und von ihrer Familie entfremdet leben und die nicht einmal mehr im Glauben Halt finden.
Frankie, herausragend gespielt von Clint Eastwood, ist ein leicht chauvinistischer, vom Leben enttäuschter Boxtrainer, der nicht nur den Glauben an Gott, sondern auch an sich selbst und seine Mitmenschen verloren hat. Er beschäftigt Scrap (herrlich unterkühlt Morgan Freeman) als “Mann für alles” in seinem heruntergekommenen Boxstudio, weil er sich ihm gegenüber verantwortlich fühlt. Maggie (aufwühlend authentisch Hilary Swank) stammt aus ärmsten Verhältnissen aus einer Wohnwagensiedlung im Mittleren Westen und verdient sich ihren Lebensunterhalt mit Kellnern. Inzwischen 32 Jahre alt, sieht im Boxen ihre einzige Chance, aus ihrem Leben etwas zu machen. Frankie nimmt sich Maggie widerwillig an (erstens ist sie zu alt und zweitens trainiert er keine Frauen) und ermöglicht es ihr so, die Chance ihres Lebens zu ergreifen. Bei Maggies erstem Titelkampf vergisst sie allerdings Franks wichtigste Regel “immer sich selbst zu schützen”, und Frankie fühlt sich einmal mehr verantwortlich und wird vor eine schwierige Entscheidung gestellt.
Clint Eastwoods Liebeserklärung an das klassische Erzählkino kommt ganz ohne Spezialeffekte aus, ist charakterisiert von langen, stillen Szenen, dabei geht aber die dramaturgische Spannung nie verloren.
“Million Dollar Baby” ist eine Ode an den Willen und daran, dass man alles erreichen kann, wenn man nur fest genug daran glaubt. Es ist eine Ode an das Leben an daran, dass man seine Chancen ergreift, auch wenn sie mit Risiken verbunden sind. Und es ist eine Ode an die Liebe und daran, dass auch wenn die Liebe mit Schmerzen verbunden ist, es immer noch besser ist, als sich jeglicher Beziehung zu verweigern.

Originaltitel: Million Dollar Baby (USA 2004)
Regie: Clint Eastwood
Darsteller: Hilary Swank, Clint Eastwood, Morgan Freeman
Dauer: 132 min.

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