Bend it Like Beckham

Eine spritzige Multikulti-Komödie über Fussball, das Erwachsenwerden und traditionsbewusste Eltern, die in Grossbritannien die Kinocharts stürmte.

Jess (Parminder Nagra) ist 18, Inderin und wächst in einer traditionsbewussten indischen Familie auf. Ihre ausgezeichneten schulischen Leistungen veranlassen ihre Mutter dazu in ihr eine zukünftige Staranwältin zu sehen. Als pflichtbewusste indische Tochter sollte sie jedoch auch lernen “Chapatti” zuzubereiten und sich einen indischen Mann suchen, der ihren Eltern genehm ist, nun da ihre Schwester demnächst heiratet. Doch statt Männer und Kleider hat Jess nur eins im Kopf: sie spielt lieber Fussball mit den Jungs statt mit ihnen zu flirten. Ihr grosses Vorbild ist Manchester United Star-Kicker David Beckham, dessen Poster über ihrem Bett sie auch all ihre Sorgen anvertraut. Eines Tages wird sie im Park von Jules (Keira Knightley) angesprochen, die sie einlädt, beim örtlichen Frauen-Team, den Hounslow Harriers mitzuspielen. Während ihre Eltern glauben, Jess habe einen Sommer-Job bei HMV, trainiert sie mit dem Team. Dank Jules und Jess spielt das Team so erfolgreich, dass gar ein Headhunter aus den USA auf sie aufmerksam wird.

Bend It Like Beckham nimmt auf spielerische Weise kulturspezifische Traditionen in England lebender Inder aufs Korn. Dabei vernachlässigt der Film es aber nicht auf Probleme einzugehen, die im Zusammenleben in einem multikulturellen Umfeld notwendigerweise entstehen. Während einige der Jungen schon mehr in der englischen Kultur zuhause sind, übt das Vorhandensein einer umfangreichen indischen Gemeinde doch einen ziemlichen Druck auf die älteren Familienmitglieder aus sich traditionsgemäss zu verhalten. Als Jess gesehen wird, wie sie einen vermeintlichen weissen Jungen (ihre Freundin Jules, die ziemlich kurze Haare hat) umarmt, lösen die Eltern des Verlobten ihrer Schwester die Verlobung. Obwohl diese kulturspezifischen Konflikte angesprochen werden, erweisen sie sich nicht als unüberwindbar. Als Jess Eltern merken, wie wichtig ihr Fussballspielen ist, geben sie nach und erlauben ihr sogar, ein Sportstipendium in Kalifornien anzunehmen. Doch nicht alle Konflikte sind kultureller Natur: Jules Mutter (genial gespielt von Juliet Stevenson), obwohl der weissen Mittelklasse entstammend, ist genauso entsetzt darob das ihre Tochter nur Fussball im Kopf hat wie Jess Mutter; zudem wird sie noch von der Angst geplagt, dass Jules gegenüber Jess lesbische Neigungen entwickelt. Dem ist jedoch nicht so, denn beide Mädchen haben sich in den zurückhaltenden Joe (Jonathan Rhys-Meyers), den irischen Trainer ihres Teams verguckt, was allerlei Komplikationen nach sich zieht, denn, zum einen ist es Joe nicht erlaubt sich mit einer seiner Spielerinnen einzulassen und zum andern finden es Jess Eltern unmöglich, dass sie sich mit einem Weissen eingelassen hat.

Bend It Like Beckham ist ein richtiges “feelgood” Movie mit erfrischend natürlich agierenden Schauspielern, unterhaltsam, mit einem versöhnlichen Ende, und sicher nicht nur für Fussball-Fans.