{"id":223,"date":"2013-11-07T14:41:08","date_gmt":"2013-11-07T13:41:08","guid":{"rendered":"http:\/\/tonkinese.ch\/mowe\/?p=223"},"modified":"2019-01-08T12:44:41","modified_gmt":"2019-01-08T11:44:41","slug":"the-last-days-in-chimalistac","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/tonkinese.ch\/mowe\/?p=223","title":{"rendered":"The last days in chimalistac"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"http:\/\/tonkinese.ch\/mowe\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/20131008_120551-e1391780419497.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-large wp-image-224\" src=\"http:\/\/tonkinese.ch\/mowe\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/20131008_120551-e1391780419497-768x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"768\" height=\"1024\" srcset=\"http:\/\/tonkinese.ch\/mowe\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/20131008_120551-e1391780419497-768x1024.jpg 768w, http:\/\/tonkinese.ch\/mowe\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/20131008_120551-e1391780419497-225x300.jpg 225w, http:\/\/tonkinese.ch\/mowe\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/20131008_120551-e1391780419497.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a>Leonor Antunes: \u201eThe last days in chimalistac\u201c<\/strong><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><em>Besucher und Raum<\/em><br \/>Der erste Eindruck von Antunes Skulpturen, wenn man die Treppe zum Eingangsbereich der Kunsthalle hinauf geht und durch die grosse T\u00fcr blickt, mutet einen an wie ein M\u00e4rchenwald: allerlei Lianen und Gebilde, die bis auf den Boden h\u00e4ngen. Bei n\u00e4herer Betrachtung erweisen sich die Skulpturen als ineinander verflochtene Zaumzeuge und Fahrleinen aus Leder, Xingus (\u201eTraumspiralen\u201c) aus Holz und wie zuf\u00e4llig erscheinend drapierte Netze mit verschiedenen Maschengr\u00f6ssen. W\u00e4hrend diese sich wiederholende Anordnung den Raum auszuf\u00fcllen scheint, wirkt die Installation im zweiten Raum dagegen sehr reduziert. Auf der den Fenstern entgegen gesetzten L\u00e4ngswand ist ein doppeltes Rautenmuster in Gold gespannt, auf dem Boden davor liegt ein bordeaux farbener Lederteppich mit groben Flechtmuster in L-Form. Der dritte Raum schliesslich hat kein Tageslicht und es befinden sich darin im rechten Winkel zueinander aufgestellte Rahmengebilde, die einen wahlweise an einen Webrahmen oder ein Fussball-Tor erinnern, die mit Netzen und Gebilden aus mit Schn\u00fcren verkn\u00fcpften Lederstreifen \u00fcberspannt sind. Der vierte Raum schliesslich wirkt fasst monumental, durch den T\u00fcrbogen kommend erblickt man an der linken Seite eine Art Goldnetz-Wandbehang, aus einzelnen Goldst\u00e4bchen miteinander verbunden und in zwei Schichten \u00fcbereinander h\u00e4ngend. Im letzten Raum schliesslich stehen unregelm\u00e4ssig angeordnet, aber im rechten Winkel zueinander platziert Holzparavents, die statt eines Gelenks mit Lederschn\u00fcren verkn\u00fcpft sind, dazwischen liegen auch wieder grob geflochtene Lederteppiche, in naturfarben, dunkelrot und weiss.<\/p>\n<p><em>K\u00fcnstler (Kurator) und Raum<\/em><br \/>Der Kurator der Ausstellung, Adam Szymczyk, erkl\u00e4rt uns, dass die Installationen aus verschiedenen Schaffensperioden der aus Portugal stammenden und in Berlin lebenden und arbeitenden K\u00fcnstlerin Leonor Antunes stammen und als eigenst\u00e4ndige Arbeiten anzusehen sind. Allen Exponaten ist jedoch gemein, dass sich ihre Anordnung immer mehr oder minder am Grundger\u00fcst eines Rasters orientiert, mal als Eichenholzquadrate von der Decke h\u00e4ngend, mal an die Wand projiziert, oder als Auslegeordnung f\u00fcr die Installation im Raum. Auf das Verh\u00e4ltnis der Objekte zum Ausstellungsraum und das Vorgehen der K\u00fcnstlerin angesprochen, erl\u00e4utert er, wie die Aufh\u00e4ngevorrichtung aus Eichenholz-Quadraten und Hanfseilen im ersten Raum in Anlehnung an die Architektur der Oberlichter entstanden ist. Die Installation scheint so mit dem Raum eine symbiotische Beziehung einzugehen, die Szymczyk als \u201elocalization specific\u201c verstanden wissen m\u00f6chte. Im vierten Raum, mit den goldfarbenen \u201eWandbeh\u00e4ngen\u201c erkl\u00e4rt er, aus welchen \u00dcberlegungen heraus die Installation an der neben dem Durchgang gelegenen L\u00e4ngswand und nicht an der gegen\u00fcber liegenden Wand angebracht wurde: beim Betreten des Raumes sollte die Plastizit\u00e4t und die Doppelschichtigkeit der Wandinstallation augenf\u00e4llig werden, w\u00e4hrend sie an der gegen\u00fcberliegenden Wand eindimensional, wie aufgemalt gewirkt h\u00e4tte.<\/p>\n<p><em>Chimalistac als Referenzraum<\/em><br \/>Die Exponate sind von der K\u00fcnstlerin in Handarbeit hergestellt, wobei sie sich traditioneller Handwerkstechniken bedient. Die \u00dcbertragung funktionaler Gegenst\u00e4nde in Objekte der Kunst soll dabei sowohl das von Generationen \u00fcbertragene spezifische kulturelle Wissen wie auch den drohenden Verlust solcher traditioneller Techniken symbolisieren. Nebst dem handwerklichen Impetus speist sich Antunes Inspiration aus der Formensprache der Moderne, deren zuweilen starre Geometrie sie jedoch aufbricht, indem sie weiche, verg\u00e4ngliche Materialen verwendet und gewollt Unregelm\u00e4ssigkeiten und Asymmetrien einf\u00fcgt. Der Titel der Ausstellung \u201eChimalistac\u201c ist der Name eines Viertels im heutigen Mexico City, welches in den dreissiger Jahren des vorigen Jahrhunderts ein \u201eHotspot\u201c sowohl f\u00fcr im Exil lebende europ\u00e4ische wie auch mexikanische K\u00fcnstler und Designer war. So sollen die Arbeiten der kubanischen M\u00f6beldesignerin Clara Porset (1895\u20131981) Antunes ebenso beeinflusst haben wie die der italienischen Architektin Lina Bo Bardi (1914\u20131992).<\/p>\n<p><em>Der symbolische Raum<\/em><br \/>Nach dem Verh\u00e4ltnis von Kunst und Sammler befragt, erz\u00e4hlt uns Adam Szymczyk (leicht verstimmt), dass nur ein paar Schritte weiter, im Designer-Kleider-Laden Trois Pommes an der Freien Strasse, es noch weitere Arbeiten von Leonor Antunes g\u00e4be. Diese h\u00e4tte er gerne als Leihgabe f\u00fcr die Ausstellung gehabt, was ihm aber verweigert wurde mit der Begr\u00fcndung, dass es sich um essentielle Objekte der Laden-Deko handeln w\u00fcrde. Er f\u00fcgt noch hinzu, dass wir die Objekte von Antunes sofort erkennen w\u00fcrden. Neugierig geworden begebe ich mich zum Laden und stelle mich vor die Schaufenster. Und tats\u00e4chlich, ich erblicke zwei hellgelb bemalte Holzparavents, Pendants zu denjenigen in der Kunsthalle. W\u00e4hrend ich sie so betrachte, \u00fcberkommt mich der Gedanke, dass ich ohne den vorherigen Besuch von Antunes Ausstellung in der Kunsthalle die beiden Paravents zwar als sch\u00f6ne Einrichtungsgegenst\u00e4nde oder Designobjekte, niemals jedoch als Kunstobjekte wahrgenommen h\u00e4tte. Die mal von der Farbe abgesehen beinahe identischen Paravents trennen r\u00e4umlich gesehen nur ein paar hundert Meter, doch zwischen den symbolischen R\u00e4umen, die sie bewohnen, stehen Welten: in der Kunsthalle Objekte zeitgen\u00f6ssischer Kunst, im Trois Pommes blosse Laden-Deko.<\/p>\n<p>Leonor Antunes: the last days in chimalistac, Kunsthalle Basel, 22.9. &#8211; 10.11.2013<\/p>\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Leonor Antunes: \u201eThe last days in chimalistac\u201c \u00a0 Besucher und RaumDer erste Eindruck von Antunes Skulpturen, wenn man die Treppe<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":224,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[94],"tags":[95],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/tonkinese.ch\/mowe\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/223"}],"collection":[{"href":"http:\/\/tonkinese.ch\/mowe\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/tonkinese.ch\/mowe\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/tonkinese.ch\/mowe\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/tonkinese.ch\/mowe\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=223"}],"version-history":[{"count":4,"href":"http:\/\/tonkinese.ch\/mowe\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/223\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":380,"href":"http:\/\/tonkinese.ch\/mowe\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/223\/revisions\/380"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/tonkinese.ch\/mowe\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/224"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/tonkinese.ch\/mowe\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=223"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/tonkinese.ch\/mowe\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=223"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/tonkinese.ch\/mowe\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=223"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}