{"id":170,"date":"2011-12-06T17:50:35","date_gmt":"2011-12-06T16:50:35","guid":{"rendered":"http:\/\/tonkinese.ch\/mowe\/?p=170"},"modified":"2019-01-07T23:21:59","modified_gmt":"2019-01-07T22:21:59","slug":"kill-bill","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/tonkinese.ch\/mowe\/?p=170","title":{"rendered":"Kill Bill Vol. 1"},"content":{"rendered":"<p>Teil 1 von Quentin Tarantinos Hommage an asiatische Martial Arts Filme und amerikanische Spaghetti Western<\/p>\n<p><strong>Nach einer sechs lange Jahre dauernden Durststrecke begl\u00fcckt Quentin Tarantino seine Fans mit seinem bisher blutigsten und actionreichsten Film. Anders als seine fr\u00fcheren Werke negiert Kill Bill jedweden Bezug zu einer noch so unwirklich anmutenden Realit\u00e4t und geht ganz in einem phantastischen Parallel-Universum des Films auf.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Die Story<br \/>\n<\/strong>An ihrem Hochzeitstag wird Black Mamba (Uma Thurman), die einem Elite-Mordkommando namens Deadly Viper Assassination Squad (DiVAS) angeh\u00f6rt, von den andern Gruppenmitgliedern brutal zusammengeschlagen und dann wird die schwangere Braut von ihrem ehemaligen Lover Bill (David Carradine), der zugleich der Boss von DiVAS ist, in den Kopf geschossen und als tot zur\u00fcckgelassen.<br \/>\nDie fortan nur noch &#8222;The Bride&#8220; genannte Profikillerin ist jedoch nicht tot, sondern in einem Koma, aus welchem sie erst 4 Jahre sp\u00e4ter erwacht. Als sie sich erinnert, was ihre fr\u00fcheren Kollegen ihr angetan haben, macht sie sich auf, jeden einzelnen von ihnen zu finden und sich zu r\u00e4chen. Die erste auf ihrer Liste ist O-Ren Ishii, genannt Cottonmouth (Lucy Liu), die inzwischen zum obersten Boss der japanische Yakuza aufgestiegen ist. Mit den Leibw\u00e4chtern von Ishii liefert sich die Braut ein 20-min\u00fctiges Gemetzel, bevor es zum grossen Showdown im Schnee zwischen der Braut und Ishii kommt.<br \/>\nZur\u00fcck in Pasadena schaltet die Braut in einer bizarren Szene ausserdem auch Copperhead, alias Vernita Green (Vivicia A. Green) aus. Der Film endet mit einer Sequenz, in welcher Bill die von Black Mamba verst\u00fcmmelte Sophie (Julie Dreyfus) fragt, ob die Braut wisse, dass das Kind, mit welchem sie bei dem Anschlag schwanger war, noch lebe&#8230;<\/p>\n<p><strong>Warum zwei Teile<br \/>\n<\/strong>werden sich Tarantino Freaks fragen. Na, erstens weil es wohl im Trend liegt und ausserdem w\u00e4re der Film in seiner blutigen Intensit\u00e4t in einer Gesamtl\u00e4nge von \u00fcber 3 Stunden der Sensibilit\u00e4t des feinsinnigen Publikums nicht zumutbar, fand der Regisseur (die Produzenten stimmten ihm zu; so l\u00e4sst sich gleich zweimal Kasse machen, m\u00f6chte man als Zynikerin meinen). Der zweite Teil, wo Black Mamba im Finale Grande endlich auf Bill trifft, nachdem sie die restlichen Mitglieder von DiVAS ausgeschaltet hat, soll im Fr\u00fchjahr 2004 in unsere Kinos kommen; man darf gespannt sein.<\/p>\n<p><strong>Film<br \/>\n<\/strong>Kill Bill erinnert einerseits an fr\u00fchere Tarantino Filme und ist andererseits formal und inhaltlich noch radikaler. Auch dieser Film ist anachronistisch erz\u00e4hlt, doch haben die einzelnen Szenen teilweise keine narrative Verbindung mehr sondern muten eher wie eine Sammlung von Vignetten an, deren einzige Verbindung der Rachedurst der Protagonistin ist. Der Film verweist auf keine Wirklichkeit, wie Tarantino sie sieht, mehr, sondern ist eine Art postmoderne Zitatensammlung aller Filme, die Tarantino beeinflusst haben. Doch wirken diese Zitate nicht aufgesetzt, sondern sie sind zu einem koh\u00e4renten Ganzen verwoben und verleihen Kill Bill eine zus\u00e4tzliche Ebene. Da w\u00e4re zum Beispiel das Motto &#8222;Revenge is a dish best served cold&#8220;, welches Trekki Fans als Klingonisches Sprichwort aus &#8222;Star Trek 2: The Wrath of Khan&#8220; bekannt sein d\u00fcrfte. Das Rachemotiv ist uns ausserdem aus zahlreichen Spaghettiwestern vertraut.<br \/>\nDer durch und durch b\u00f6se Bill wird ironischerweise von David Carradine gespielt, bekannt aus der erfolgreichen Serie &#8222;Kung Fu&#8220;, welche urspr\u00fcnglich f\u00fcr Bruce Lee konzipiert worden war. Black Mamba tr\u00e4gt bei ihrem Kampf in Haus der Blauen Bl\u00e4tter den auch einen Anzug, der genau so aussieht, wie jener, den Bruce Lee in seinem letzten Film getragen hatte. Auch Hattori Hanzo, gespielt von Sonny Chiba, als japanischer Schwertmeister, ist einer erfolgreichen japanischen Detektivserie entsprungen.<br \/>\nQuentin Tarantino experimentiert mit verschiedenen formalen Ausdrucksformen; O-Ren Ishiis Geschichte, wie sie von einem 7-j\u00e4hrigen M\u00e4dchen, das den brutalen Mord an ihren Eltern miterleben musste zum obersten Crime-Boss in Tokyo wird, wird als &#8222;anime&#8220; dargestellt. Auch Black Mambas Kampf mit den &#8222;Crazy 88&#8220;, der Leibgarde von Ishii, ist verfremdet dargestellt; meiner Meinung nach nicht, um die Szene zu entsch\u00e4rfen, sondern als formales Mittel. \u00dcberhaupt ist Kill Bill ein Film, der nicht auf inhaltlichen Zusammenh\u00e4ngen basiert, sondern viel mehr \u00fcber formale Verkn\u00fcpfungen arbeitet. Der Film hat eigentlich keine narrative Struktur, sondern ist eine Ansammlung perfekt choreografierter Kampfszenen, mit einigen komischen Einlagen, wobei Tarantino die Dialoge sparsamer einsetzt als in seinen bisherigen Werken. Die einzelnen Szenen sind in einem perfekten Rhythmus von schnell und langsam angeordnet, dass die Spannung \u00fcber den ganzen Film erhalten bleibt.<br \/>\nKill Bill ist das programmatische Beispiel eines postmodernen Filmes, der Inhalt und Narrativit\u00e4t eine Absage erteilt, und sich ganz \u00fcber die Form definiert, und mit Versatzst\u00fccken und Zitaten gekonnt spielt. Kill Bill ist Tarantinos Liebeserkl\u00e4rung an asiatische Martial Arts Filme und amerikanische B-Movies. Das Ganze wird getragen von einem tollen Soundtrack, der den Film perfekt untermauert, jeder Song genau auf die Szene abgestimmt und genau so eklektisch wie die Filmzitate selbst. Allein schon der Soundtrack lohnt das Kinoticket.<\/p>\n<p>&#8222;Kill Bill \u2013 Vol. 1&#8220; (Action, Martial Arts) von Quentin Tarantino<br \/>\nmit: Uma Thurman, Lucy Liu, David Carradine, Daryl Hannah, Vivicia A. Fox, Michael Parks, Michael Madsen, Sonny Chiba, Julie Dreyfus<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Teil 1 von Quentin Tarantinos Hommage an asiatische Martial Arts Filme und amerikanische Spaghetti Western Nach einer sechs lange Jahre<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":355,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[4,3,74],"tags":[75,76],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/tonkinese.ch\/mowe\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/170"}],"collection":[{"href":"http:\/\/tonkinese.ch\/mowe\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/tonkinese.ch\/mowe\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/tonkinese.ch\/mowe\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/tonkinese.ch\/mowe\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=170"}],"version-history":[{"count":3,"href":"http:\/\/tonkinese.ch\/mowe\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/170\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":356,"href":"http:\/\/tonkinese.ch\/mowe\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/170\/revisions\/356"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/tonkinese.ch\/mowe\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/355"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/tonkinese.ch\/mowe\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=170"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/tonkinese.ch\/mowe\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=170"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/tonkinese.ch\/mowe\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=170"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}