{"id":17,"date":"2011-09-21T10:44:10","date_gmt":"2011-09-21T10:44:10","guid":{"rendered":"http:\/\/tonkinese.ch\/mowe\/?p=17"},"modified":"2019-01-08T23:30:30","modified_gmt":"2019-01-08T22:30:30","slug":"queen-of-the-damned","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/tonkinese.ch\/mowe\/?p=17","title":{"rendered":"Queen of the Damned"},"content":{"rendered":"<p><strong>Nach &#8222;Interview with a Vampire&#8220; der zweite Film, der auf den Vampir-Chroniken der Erfolgsautorin Anne Rice basiert. Es ist die Geschichte des Vampirs Lestat und sein Aufstieg zum Rockstar am Ende des 20. Jahrhunderts und die Geschichte des Wiedererwachens und der Vernichtung von Akasha, K\u00f6nigin der Verdammten, Herrin aller Vampire.<\/strong><\/p>\n<p>Nach jahrzehntelangem Schlaf erwacht Lestat in seiner Gruft in New Orleans zur Musik der Achtziger. Er ist es leid im Verborgenen zu leben und ernennt sich selber zum Leads\u00e4nger einer mittelm\u00e4ssigen Band, welche er in der Folge mit seiner Stimme und seinen d\u00fcsteren Texten in die Charts katapultiert.<br \/>\nDass die Texte jahrhundertealte Geheimnisse der Vampire preisgeben, ruft nicht nur die andern Vampire auf den Plan, sondern erweckt auch das Interesse von Jesse, die nach dem Tod ihrer Eltern eine zeitlang bei ihrer Tante Maharet gelebt hatte und jetzt f\u00fcr das Londoner Talamasca-Institut arbeitet, welches sich der Erforschung paranormaler Ph\u00e4nomene verschrieben hat. Bei ihren Recherchen st\u00f6sst sie auf Lestats Tagebuch, worin seine Initiation als Vampir durch Marius und seine erste Begegnung mit Akasha, der K\u00f6nigin der Verdammten, erz\u00e4hlt werden.<br \/>\nAkasha, in Stein gefangen, ist von Lestats Geigenspiel so bewegt, dass sie ihm ihren Arm zum Trinken offeriert. Danach verschwinden Marius und Akasha. Fasziniert von Lestat folgt ihm Jesse nach Amerika. Beim einzigen Konzert, dass Lestat im Death Valley, in Kalifornien gibt, wird er von den erz\u00fcrnten Vampiren angegriffen und von Akasha, die von seiner Musik wiedererweckt wurde, gerettet und zu ihrem neuen Prinzgemahl gemacht.<br \/>\nLestat muss jedoch bald erkennen, dass Akasha mit ihrem Durst und Machthunger nicht nur alle Vampire, sondern auch die Menschheit zu zerst\u00f6ren droht. Im finalen Showdown gelingt es dann einigen der \u00e4ltesten Vampiren Akasha zu vernichten, und Lestat entschwindet mit der inzwischen auch zum Vampir gewordenen Jesse in der Nacht.<\/p>\n<p>Was zu einer faszinierenden und d\u00fcsteren Visualisierung von Anne Rices barock-opulenter Welt der Vampire h\u00e4tte werden k\u00f6nnen, wie es wenigstens teilweise in &#8222;Interview with a Vampire&#8220; gelungen war, ist zu einer Verkn\u00fcpfung von Hochglanz-Musik-Video Sequenzen ohne Spannung und Tiefgang geworden, die sich nur lose zu einer erkennbaren Handlung zusammenreihen.<br \/>\nRymer liess sich offenbar zu stark von seinen Tagen als Musik-Video Regisseur leiten. Dabei ist die Musik noch das Beste am Film, tr\u00e4gt doch der Goth-Punk Sound von Jonathan Davis, Leads\u00e4nger von KoRn, und andern wie Static-X und Disturbed nicht unwesentlich zur unheimlichen Stimmung bei. Auch an der Ausstattung und den wohldosierten Spezialeffekten l\u00e4sst sich kaum etwas bem\u00e4ngeln, ausser dass alles zu sehr auf sch\u00f6n gestylt ist.<br \/>\nWoran der Film aber vor allem kr\u00e4nkelt, ist das verworrene Script und die uninspirierte Leistung des gr\u00f6ssten Teils der Darsteller. Abbott und Petroni haben sich f\u00fcr das Drehbuch bei zwei von Rices Romanen, jeder f\u00fcr sich um die 500 Seiten, bedient, all die ausf\u00fchrlichen Beschreibungen der verschiedenen Epochen, der Gef\u00fchle und die Betrachtungen \u00fcber die Entstehung der Vampire rausgeschnitten und versucht, einige Haupthandlungsstr\u00e4nge zusammenzuf\u00fchren. Ohne das Hintergrundwissen wirkt die Handlung undurchsichtig und l\u00e4sst nirgendwo echte Spannung aufkommen. Die Zerfahrenheit des Plots bewirkt auch, das keiner der Charaktere wirklich entwickelt werden kann; sie bleiben schablonenhaft und oberfl\u00e4chlich.<br \/>\nDie Darstellerleistungen reichen von mittelm\u00e4ssig (von Vincent Perez, der Marius spielt, ist man sonst besseres gewohnt) zu mies (Stuart Townsend, der trotz gef\u00e4lliger Androgynit\u00e4t blutleer und kraftlos wirkt als Lestat). Einzig S\u00e4ngerin Aaliyah \u00fcberzeugt mit ihrer enormen physischen Pr\u00e4senz in der Rolle der Akasha, die gewissenlos und jenseits aller menschlichen Regungen allein darauf bedacht ist ihren Durst nach Blut und Macht zu stillen und jeden, der ihr im Weg steht ohne zu z\u00f6gern vernichtet. Diese unheimliche Qualit\u00e4t wird jedoch geschm\u00e4lert, sobald sie Text hat.<br \/>\nGesamthaft gesehen ein entt\u00e4uschender Film; er versucht kunstvoll zu sein, scheitert aber an der konventionellen Inszenierung, die eine Umsetzung von Rices erz\u00e4hlerischer \u00dcppigkeit in visuelle Equivalente verhindert. Auch die offenkundig dargestellte Erotik des Blutsaugens wirkt zeitweise unbeholfen und mag \u00fcber die atmosph\u00e4rische Schw\u00e4che des Films nicht hinweg zu t\u00e4uschen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach &#8222;Interview with a Vampire&#8220; der zweite Film, der auf den Vampir-Chroniken der Erfolgsautorin Anne Rice basiert. 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